Der Vortrag von Andreas Gruber

Video Teil 1 

Video Teil 2 

Online Kongress 2019

Seit dem 6. Lebensjahr im Sattel und trotzdem Probleme mit dem eigenen Pferd. So hat sich mein Einstieg in das Trainerleben entwickelt.

Warum kann das so sein?
Am Beginn stand also ein Einstieg mit 6 Jahren als Reiter mit einem Pony, dass sich davor noch nicht mal von jemanden berühren ließ. So kam es, dass meine Mutter mich 3–4 Mal pro Woche zum Besitzer dieses und einiger weiterer Ponys bringen durfte, um dort das Reiten zu erlernen.

Das gefiel mir auch gut, denn obwohl dieser Kontakt zu Pferden mit einigen anderen Tätigkeiten verbunden war, konnte ich von diesem älteren Herren schon Einiges über Pferde lernen.

Meine Mutter musste nichts für den Unterricht bezahlen, dafür stand ich für alle möglichen Hilfstätigkeiten rund um die Pferdebetreuung zur Verfügung. Füttern, Ausmisten, Sattel und Zaumzeugpflege, Zäune reparieren u. ä...

Keine Angst es war keine „Kinderarbeit“, aber ich dürfte auch schon kennenlernen, was alles notwendig ist, um Pferde gut zu halten.

Nach einigen Jahren, ich war inzwischen 11 Jahre alt, lernte ich ein Mädchen kennen, dass eigene Pferde besaß. Es waren nun schon Großpferde und für mich entsprechend interessant. Diese Pferde waren nun klassisch ausgebildet und so ergab es sich, dass ich zusätzlich zu den Reittagen bei dieser Freundin, Unterricht in einer Reitschule bekommen sollte. Denn bis jetzt war ich ja nur ein „Freizeitreiter“ der „richtiges Reiten“ noch nicht gelernt hatte.

Mit Reiterhose, Hemd und roter Jacke wurde ich also ausstaffiert, denn es war dort eine echte „Nobelreitschule“...

Abteilungsreiten, Hufschlagfiguren, Kavalleriereiten und vieles andere mehr gab es dort zu bestaunen und zu lernen. Ganz anders, als das bisherige Reiterleben.

Andreas Gruber bei der Calm Horse Academy

Andreas Gruber

Ganz sicher war dieser Gesamtzustand auch der Grund, warum ich mit etwa 15 Jahren das Reiten erstmal an den Nagel gehängt habe.
Ja klar, auch das Alter und andere Interessen waren mit schuld daran.

Weiter ging es dann erst wieder, als ich mir ein Leben als selbständiger Fitnesscenterbetreiber aufgebaut hatte.
Denn jetzt kam das echte Leben mit all seinen auch negativen Auswirkungen. Stress. Stress, Stress.

Eine damalige Mitarbeiterin hat mir dann irgendwann davon erzählt, dass sie einige Ihrer Pferde verkaufen müsste, um Ihren Vater zu entlasten, der die Betreuung der Tiere über hatte.

Und so ergab es sich, dass ich mir eines dieser Pferde gekauft hatte.

Es war die beste Entscheidung meines Lebens, den dieses Pferd, eine Haflinger Stute, hat sich nach kurzer Zeit als sogenanntes „Problempferd“ herausgestellt.

Nach zwei Jahren der Suche nach Hilfe kam ich dann endlich in die richtigen Hände.
Denn bis dahin musste ich mir von mehreren Trainern sagen lassen, „verkauf dieses Pferd, denn das wird nichts mehr“!

Endlich, nach zwei Jahren der Suche nach einem Trainer, der mir helfen konnte, fand ich in der österreichischen Westernzeitschrift den entscheidenden Hinweis.

Horsemanship und alles läuft wieder primaaaa.

Davor aber begann ich mit einer guten Trainerin erstmal Westernreiten auf Schulpferden und mein Hafi kam ins Training.

Nach ca. 8 Wochen durfte ich mein Pferd erst wieder reiten und das hatte schon mal soviel gebracht, dass mein Hafi Tier nicht mehr mit mir durchgegangen ist.

Jetzt begann die Zeit, wo ich noch mehr über das korrekte Reiten wissen wollte.
Und es wollte so sein, dass Jean Claude Dysli in unser Leben trat.

Im „Haus der Pferde“ im österreichischen Waldviertel, wo ich inzwischen mit meiner Haflinger Stute stand, wurden sehr viele Kurse angeboten.
Einer der Trainer, die das regelmäßig angeboten haben, war eben Jean Claude.

Schon bei meiner ersten Kursteilnahme wurde mir klar, warum dieser Mensch zu den weltbesten
„Pferdeversteher“ gezählt wurde. Das stellte er unter anderem mit meiner Stute unter Beweis.

Ich wollte einfach „nur“ einen fliegenden Galoppwechsel schaffen, was zuvor noch kein Trainer mit meinem Pferd hinbekommen hatte.

Jean Clade Dysli setzte sich auf mein Hafitier, ritt zwei Runden im Schritt und ging dann mit ihr in den Galopp.

Nach weiteren zwei Runden ließ er ihr den ersten Wechsel machen und wieder zwei Runden weiter noch einen...

Danach hielt er an, drehte sich zu uns Teilnehmer und sagte seine berühmtesten Worte:

„Timing, Feeling, Balance“

So wurde ich regelmäßiger Teilnehmer seiner Kurse und seit dem lehre ich seine Art des Reitens und dem Umgang mit dem Pferd als Partner!

2001 machte ich nun die Ausbildung zum Westernreitwart und ein Jahr später zum Westerntrainer.
Bis 2004 nahm ich nun auch an Turnieren teil.

Ab dann wollte ich die Entwicklung, die das Westernreitens nicht mehr weiter fördern.
Es war abzusehen, dass es nur mehr um Showeffekte ging. Härter, schneller, spektakulärer...

Die Würde des Pferdes ist so nicht mehr gefragt...

Mit meiner Lehre des „Reitens in der natürlichen Balance des Pferdes“ betreue ich seither nur noch Menschen mit Ihren Pferden, die aus Würde zum Wesen Pferd handeln wollen.

Dazu habe ich seit 2008 sogar Onlinekurse im Angebot, da die Anfragen an mich auch immer mehr aus dem gesamten deutschsprachigem Raum kommen. Nicht alle kann ich so persönlich betreuen und deshalb nutze ich da dazu das Internet.

Natürlich kann man auch Kurse vor Ort buchen. Infos dazu finden sich auf meiner Homepage.

About the Author

Calm Horse Academy ist ein Herzensprojekt. Es geht hier nicht um schneller, höher oder weiter. Die Entschleunigung in der Ausbildung und das Verstehen des großen Ganzen liegt uns sehr am Herzen. Der Schwerpunkt unserer Akademie liegt nicht beim Reiten allein. Reitkunst ist viel mehr als das, es geht um Balance, Leichtigkeit, Takt und Gefühl...

  • Sabu sagt:

    Super Beitrag, vielen Dank

  • Franzi sagt:

    Danke für den Beitrag, Andreas! Ich würde mich sehr über den Link für den online Kurs freuen 🙂

  • Silvia sagt:

    Habe ich das richtig verstanden, dass wenn das Pferd nach links gehen soll man die linke Schulter vor tun soll? Fühlt sich anatomisch irgendwie komisch an.

    • Servus Silvia. Ja, hast richtig verstanden! Hab dein Argument auch schon wirklich tausende Male gehört. Die Antwort: Pferde denken diagonal! Deshalb müssen wir Menschen uns ja auch auf deren Denkweise einstellen. In meinen Onlinekursen und natürlich auch auf Live- Kursen zeige ich das auch immer. Hier mal der Link zum Onlinekurs, von der Körpersprachen am Boden in den Sattel. Wenn du noch Fragen hast, gerne auch über meinen Servicemessenger auf meiner HP. Diese Anfragen bekomm ich dann direkt. Hier also der Link: http://pferdepartner.com/horsemanship-basic/

  • Milena Rauer sagt:

    Super Beitrag. Ich würde mich auch sehr über den Link freuen 😊

  • Claudia sagt:

    Hallo Andreas, hallo David
    Könnt Ihr noch den Link für die 3 Videos hier rein setzen.

    Lieben Dank
    Claudia

  • Sabsi sagt:

    Super interessanter Beitrag, vielen dank dafür 😀

  • Nina Janik sagt:

    Hallo Andi, wie immer sehr infomativer Beitrag von dir. Schön, dass du uns in deinem Beitrag erwähnt hast, wir möchten dich als Trainer nicht missen. Bis bald deine SMARTIES

  • Heike Maas sagt:

    Hallo Andreas,
    Habe seid 1 Woche einen 7 jährigen Quarter Wallach.
    Da er Freizeittunier Reining gegangen ist, hatte er hinten Slide Eisen drauf. Die hat der Hofhufschmied vorgestern runtergemacht (er steht jetzt mit ner Stute auf der Koppel). Der früheste Termin zum Hufe behandeln ist erst Anfang November.
    Meine Frage diesbezüglich:
    Was kann/sollte ich bis zu diesem Termin machen?
    LG Heike

    • Hallo Heike. Ich bin zwar auch Hufschmied, aber es lässt sich eher schlecht sagen, was dein Pferd von den Hufen her verträgt… Anfang November soll er ja wieder beschlagen werden, oder? Also es kommt eben auch sehr auf den Untergrund an, wo du mit ihm arbeiten kannst. Sand, Hackschnitzel, Kunststoffschmipsel… Am ehesten würde ich Bodenarbeit machen, damit dein Reitergewicht nicht zuviel Belastung auf die Hufe bringt. Um Genaueres zu sagen, was die Hufe deines Pferdes generell vertragen, würde ich zumindest Bilder von den Sohlen deines Pferdes benötigen. Wenn du möchtest, kannst du mir ja welche senden. goldenjac@hotmail.com

      Schreib mir auf alle Fälle mal.
      Lg Andi Gruber

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