Mai 27

Verladetraining mit dem Pferdeprofi Bernd Hackl

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Das Verladetraining ist ein wichtiger Schritt in der Grundausbildung deines Pferdes. 

Bist auch du der Meinung, dass ein Pferd ohne Gewalt & Chemie (Sedation) in einen Pferdehänger steigen sollte, dann ist dieser Blogbeitrag genau der Richtige für dich!

Pferde einfach verladen

Hast du dich damit abgefunden, dass du dein Pferd nicht verladen kannst?

Immer wieder hören wir von unseren Lesern & Kunden, dass sie leider keine Kurse besuchen können oder noch nie am Meer geritten sind, weil ihre Pferde in keinen Pferdeanhänger steigen und sich das Verladetraining als äußerst schwierig gestaltet.

Aber was tun, wenn...

  • sich dein Pferd verletzt hat und in die Klinik muss? 
  • du an einem Kurs unbedingt teilnehmen möchtest? 
  • deinem Pferd ein Stallwechsel bevor steht?
  • du gerne Wanderreiten gehen würdest?

Ich verrate dir, wie auch dein Pferd cool & entspannt in den Pferdehänger einsteigt.

Damit auch dein Pferd bedenkenlos in den Pferdehänger steigt, ist es wichtig, ein gutes Fundament zu haben. Wir sprechen heute über 4 wichtige Punkte, damit das Verladen & das Verladetraining kein Albtraum bleiben. 

Verständnis für dein Pferd: Das Pferd als Fluchttier! 

Einige meiner Newsletter-Leser haben mir die Frage gestellt, warum ihre sonst so mutigen Pferde überhaupt Angst vor dem Pferdehänger haben. Sie können sich diesen Zustand nicht erklären. Ihre Pferde haben keinerlei schlechte Erfahrungen mit dem Anhänger gemacht. 

Um diese Frage beantworten zu können, müssen wir uns das natürliche Verhalten der Pferde und ihre angeborenen Instinkte anschauen. 

Das Pferd wird als Feigling mit Platzangst geboren. Es wird beherrscht von der Neigung, planlos wegzurennen. Das tritt von Pferd zu Pferd in verschieden starker Ausprägung auf. Damit meine ich, dass manche Pferde panischer sind als andere. Manche Pferde haben mehr Platzangst als andere. Deshalb fällt es dem einen Pferd leichter, in einen engen, dunklen Anhänger zu steigen als dem anderen.

Warum haben Pferde überhaupt Platzangst?

Das Pferd ist ein Fluchttier. Durch diesen angeborenen Fluchtinstinkt hat es Jahrtausende lang überleben können. Realisiert das Pferd eine potenzielle Gefahr, denkt es nicht logisch nach, sondern wird von seinen Instinkten erfasst und flüchtet. 

Wir ein Pferd in die Enge getrieben, hat es keine Chance mehr zu flüchten. Es wird auf alle möglichen Arten versuchen, in keine Falle zu kommen oder aus der Falle zu entkommen, selbst wenn es sich dabei verletzt.

Aus diesem Grund haben Pferde Platzangst. Sie mögen keine Enge. Auch ein Pferdehänger, einmal eingestiegen, lässt keine Möglichkeit zur Flucht. 

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Ich behaupte nicht, dass alle Pferde so reagieren. Jedes Pferd wird mit seinem eigenen Maß an Empfindlichkeit/Angst geboren. 

Menschen, die wie Menschen denken, bezeichnen ein Pferd, das seinen Instinkten folgt, oftmals als ungezogen. Deshalb müssen wir verstehen lernen, dass ein Pferd von Natur aus dafür vorgesehen wurde, sich wie ein Fluchttier & Angsthase zu verhalten, um zu überleben.

Unsere Aufgabe als Vorgesetzter des Pferdes ist es, das Pferd mutiger zu machen. Wir können durch gezieltes und regelmäßiges Training das denkende Hirn vergrößern und das instinktive Hirn schrumpfen lassen. 

Eine gute Vorbereitung ist der halbe Erfolg: Lerne dein Pferd wirklich zu Führen!

Hast du dir schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie du dein Pferd zum Anhänger führst? Ich weiß, es ist oft selbstverständlich, dass du dein Pferd von der Koppel zum Putzplatz in die Reithalle und zurückbringen kannst, aber sobald es in Richtung Pferdehänger und Verladetraining geht, bist du verunsichert und bei deinem Pferd läuten alle Alarmglocken.

Dieses alltägliche, sonst so unbewusste Führen funktioniert plötzlich nicht mehr.

Genau aus diesem Grund sollte das bewusste Führen deine Basis sein!  -> Hier findest du den informativen Blogbeitrag: Pferde richtig führen lernen!  

Das Pferd führen lernen

Das Führen sieht so unspektakulär aus, dass die meisten Reiter etwas so Alltäglichem, oft keine große Bedeutung zuschreiben. Und doch steckt genau darin eine Menge Kommunikations- & Vertrauensarbeit, die für dich und dein Pferd die Grundlage für alles weitere bilden.

Schicken & Führen der kleine aber feine Unterschied beim Verladetraining!

Der große Vorteil im Schicken liegt ganz einfach darin, dass du dich mit deinem Pferd körperlich nicht auseinandersetzen musst. 

Pferd verladen

Wenn du in dem Anhänger stehst und dein Pferd hineinführen möchtest, ist der Pferdeanhänger optisch schon mal halb voll. Du stehst beim Hineinführen deinem Pferd eigentlich im Weg.

Aus diesem Grund bleiben sehr viele Pferde vor dem Anhänger einfach stehen. Die meisten Pferdebesitzer versuchen dann, das Pferd in den Anhänger zu ziehen. Der Oppositionsreflex beim Pferd wird ausgelöst. Druck erzeugt immer Gegendruck.

Die meisten Pferde realisieren sehr schnell, dass ihnen die 60 kg am anderen Ende des Stricks nichts anhaben können. Sie gewinnen das Tauziehen spielend leicht.

Das ganze Spektakel nimmt seinen Lauf. Mehrere Helfer kommen mit einer Longe und versuchen, das Pferd irgendwie in den Pferdeanhänger zu manövrieren. Nur schaffen es 3 Leute und mehr auch nicht, 600 kg in einen Pferdeanhänger zu zwingen. 

Der Vorteil vom reinschicken besteht darin, dass du dein Pferd so lange "nerven" kannst, bis es aus freien Stücken vorwärts tritt. Kein ziehen - kein zerren - kein Krieg.  

Dieses "nerven" kann ein schnalzen mit der Zunge sein. Reicht das nicht aus, um dein Pferd zum Vorwärts zu motivieren, touchiere es leicht mit einer Gerte oder einem Stick.

Mit touchieren ist nicht gemeint, dem Pferd schmerzen zuzufügen, sondern es bildlich gesehen, mit dem Finger anzutippen, bis das Pferd sagt: „Ok das nervt ich weiche.“

Alles, was du zunächst brauchst, ist ein Vorwärtsschritt - ein Zugeständnis. 

Das Pferd muss erst mal verstehen, dass es dir nicht darum geht, in den Anhänger zu steigen, sondern nur darum: Wenn sie mich touchiert und/oder schnalzt, muss ich einen Schritt vorwärtsgehen.“

Wenn das Pferd das System verstanden hat, kannst du dein Pferd auch mal wieder ein paar Schritte vom Anhänger wegführen. 

Anschließend gehst du wieder in Richtung Rampe.

Bleibt Bernds Pferd auf oder vor der Rampe plötzlich stehen, fordert Bernd KEINEN weiteren Schritt. Aus einem einfachen Grund. Er möchte nicht, dass sich das Pferd gegen ihn wehrt. Bernd schickt das Pferd dann einen Schritt rückwärts und aktiviert es dann wieder vorwärts.

Es geht ihm nicht darum, dass das Pferd sofort im Hänger steht, sondern viel mehr darum, dass das Pferd immer einen Schritt vorwärts macht. Der Rest passiert von ganz allein.

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Das Rückwärts ist nur ein Schritt!

Warum betone ich diesen einen Schritt so sehr?


Weil das Rückwärts niemals eine Strafe sein darf.

Bernd nutzt diesen einen Schritt rückwärts nur, um das Pferd dann wieder einen Schritt vorwärts in Richtung Hänger gehen zu lassen - um das Vorwärts ohne Kampf und Stress zu aktivieren. 

Wenn dein Pferd dann diesen einen Schritt vorwärts kann, dann verlangst du 2 oder 3 Schritte und setzt dir eine neue Grenze. Das heißt, du bleibst nicht vor dem Pferdeanhänger stehen und erwartest einen Schritt rückwärts und einen Schritt vorwärts, sondern du touchierst dein Pferd solange, bis es mit einem Vorderbein oder beiden auf der Rampe steht. Dann schiebst du dein Pferd wieder von der Rampe hinunter. 

Dein Pferd versteht bald, dass es nicht mehr "genervt" wird, wenn es auf der Rampe steht. Bald werden die Hinterbeine folgen. Hast du das geschafft, führe dein Pferd vom Pferdehänger weg und longiere es ein paar Runden linksherum und rechtsherum. Lass die Vorhand und die Hinterhand weichen. 

Dein Pferd hat verstanden, dass die Rampe sein Ruhepol ist. Das Pferd wird von da an von der Rampe angezogen wie ein Magnet. Pferde suchen Komfort und das verspricht die Rampe. Möchte dein Pferd also nicht weiter arbeiten, wird es auf die Rampe gehen. Deine Idee wird zur Idee deines Pferdes.

Es ist an der Zeit, dir wieder eine neue Grenze zu setzen. Schicke ein oder beide Hinterbeine von der Rampe hinunter und verlange nun, dass dein Pferd mit beiden Vorderbeinen IN den Anhänger geht. Nur die Vorderbeine! Schicke die Vorhand wieder aus dem Anhänger und dann wieder hinein. 

Nach diesem Prinzip verfährst du, bis dein Pferd gelassen und gerne im Pferdehänger wartet. 

Wer sich das passende Video von Bernd Hackel zum Verladetraining ansehen möchte, findet das in unserem Kongresspaket -> HIER

Tolle Tipps & Tricks zum Verladetraining vom Pferdeprofi Bernd Hackl

Calm Horse Academy

Die Gerte/ der Stick

Für das Training mit Pferden, die mit dem Verladetraining noch nicht vertraut sind, bedient sich Bernd Hackl gerne an Hilfsmitteln. 

Dafür verwendet er eine Gerte zur Verlängerung seines Armes. Bei Pferden, die das Fähnchen kennen, auch gerne den Fähnchenstab, um sie damit leicht zu touchieren.

Horsemanstick
Calm Horse Academy

Ein kleiner Tipp vom Profi! 

Immer wenn Bernd sich eine Gerte oder einen fremden Stick ausleiht, weil er seine Ausrüstung nicht dabei hat, dann möchte er wissen, was beim Pferd ankommt.

Das heißt, er nimmt seinen Unterschenkel und klopft mit der Gerte leicht drauf bis zu dem Punkt, an dem es wehtut.

Jede Gerte wirkt anders. Es ist wichtig, kein Hilfsmittel anzuwenden, wenn du nicht weist, wie es wirkt oder was beim Pferd wirklich ankommt.

Pferdeanhänger

Die Trennwand

Die Trennwand bleibt bei Bernd an Ort und Stelle. Er ist nicht bereit, die Trennwand wegzustellen. Egal ob beim Verladen oder beim Verladetraining.

Bernd möchte das Ganze nicht größer wirken lassen, als es tatsächlich ist.

Das hat einen einfachen Grund. Er möchte seinen Pferden nichts vormachen, in dem er den Pferden mehr Platz verspricht, als sie letztendlich haben. Bernd möchte seine Pferde da durcharbeiten und seinen Pferden erklären, dass sie auch bei Enge keine Angst haben müssen.

Pferdehänger

Die Türe

Wenn Bernd seine Pferde verlädt, bleibt die vordere Türe geschlossen. Er möchte nicht, dass das Pferd denkt, da vorne ist ein Ausgang. 

Er möchte, dass jedes Pferd einsteigt, obwohl vorne zu ist. Vor allem bei Pferdeanhänger mit kleinen Türen ist Bernd vorsichtig, denn das kann sehr gefährlich werden. Er kann mehr als einen Fall aufzählen, bei dem das Pferd mit Schwung unter der vorderen Stange durchgetaucht ist und halb aus dem Anhänger heraus stand und schließlich feststeckte.

Verladetraining

Das Heunetz

Beim Verladetraining befindet sich bei Bernd Hackl immer ein gefüllter Heusack mit an Bord. Auch wenn nur geübt wird. 

Sein Ziel ist es nicht, die Pferde in den Anhänger zu locken, sondern um den Pferden, sobald sie im Anhänger sind, eine Kaubewegung zu ermöglichen, denn kauen entspannt. Bernd möchte, dass seine Pferde ganz ruhig im Anhänger stehen können und ihr Heu mit aller Ruhe fressen können. Bei Bernd gibt es keine Karotten oder Leckerchen als Bestechung.

Auf der nächsten Seite kannst du deine innere positive Einstellung finden. Werde ein echter Pferdeversteher! Wie immer pferdefreundlich, durchdacht und mit ganz viel Spaß!


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